“Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.”

Das wusste schon Thomas Watson, CEO von IBM, 1943. Ich hab heute schon drei von den fünf. Und nutze bloß einen.

Im Technikmuseum Palmengarten haben wir ein Herz für technische Geräte im fortgeschrittenen Alter. Hier dürfen Gerätschaften, deren Produktlebenszyklus schon zu Ende war, kurz nachdem sich die Dinosaurier als Konsumgesellschaft erkannt hatten, ein entspanntes Restdasein genießen, während ihre Kindeskinder in der vierten, neunten oder zwölften Generation nach ihnen versuchen, den Markt unter den diesjährigen Weihnachtsbäumen zu erobern. So ist das wenn man älter wird: man lehnt sich entspannt zurück und überlässt den Stress den jüngeren.

Ich besitze zB eine gut gepflegte PlayStation II, eine der ersten Konsolen, mit denen online spielen möglich war.
Vor gut zehn Jahren war das mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst. Insgesamt war das meine zweite Spielekonsole nach dem etwa 20 Jahre älteren NES von Nintendo. Wow. was hatte sich da nicht in 20 Jahren alles getan! Spiele auf einem CD-Medium! Eine Grafik, die wir damals für nahezu realistisch hielten und deren weitere Verbesserung schon aus physikalischen Gründen unmöglich schien! Spiecherkarten, auf denen sich Spielstände sichern ließen! Was hatte das alte NES manchmal Stunde um Stunde durchlaufen müssen, während wir uns abwechselnd dran machten, dem kleinen Klempner seine olle Prinzessin zu retten! Jump’n’Run bis man durchgeschwitzt und dehydriert, mit trockenem Mund und entzündeten Daumengelenken mit letzter Kraft den Controller weiterreichte wie den Staffelstab für den letzten großen Wettkampf, der für immer über Wohl und Wehe einer imaginären Welt aus Pilzen, Schildkröten und grünen Abflussrohren entscheiden würde. Männer, es war mir eine Ehre, mit Euch gefochten zu haben. Erzählt zu Hause von mir wie von einem Helden und sagt meiner Frau, ich liebe sie.
Und dann kommt Sony und baut nicht nur Speicherkarten sondern pfiffigerweise auch gleich zwei Steckplätze für selbige. Welche Tragweite diese Idee hatte, begriff ich erst, als ein Kumpel der die gleichen Spiele spielte, mir eine Speicherkarte in die Hand drückte und meinte, ich solle mir seine Spielstände mal kopieren. Wow, das war für die Zeit ja das ultimative High-Tech in der Spielkonsolenwelt! Und dann gab’s auch noch USB-Anschlüsse, über die sich manche Spiele per Tastatur und Maus spielen ließen. Obendrauf konnte das Gerät noch Musik-CDs und DVD-Filme abspielen, da hielten wir es dann endgültig für ein Wunder.
Das online-Feature hab ich übrigens nie ausprobiert. Erstens gab es nicht viele Spiele, die das unterstützt hätten und zweitens widerspricht online spielen ja auch mal total dem Klischee des einsamen Kellerkindes, dessen einziger Freund seine Playsi ist. Außerdem kam bei den Recherchen zu diesem Beitrag ans Licht, dass Sony die letzten Server für die PS2 in 2011 abgeschaltet haben soll.

Und nun liegt sie da im Keller und wartet auf bessere Zeiten. Die werden wahrscheinlich nicht kommen, bis auf die paar wenigen Auftritte im Partykeller, wo jemand im Suff die super Idee hat, das olle Ding an den Beamer anzuschließen und ein bisschen zu daddeln. Ich habe mir dann keine PS3 gekauft und weil das so gut geklappt hat die PS4 auch nicht. Warum? Weil die Dinger erstens unverschämt teuer geworden sind und zweitens, weil ich doch nicht alles kaufe, nur weil der Hersteller sagt “Hey, danke dass Du das Ding von mir gekauft hast, aber jetzt gibts den Nachfolger, der ist noch viel toller. Kauf den, bis ich was anderes sage!” Ehm…Nö. Ja ich weiß, das ist ein bisschen sehr kontrakapitalistisch, und das auch noch so kurz vor Weihnachten!

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Dach drüber, fertig.

Es ist geschafft! Die letzten drei Meter fuffzig sind eingezäunt, jetzt ist das Grundstück zu, Geschlossene Gesellschaft, members only, Einlass nur mit gültigem All-Inclusive-Armband. Das hält den Hund auf dem Grundstück und die Hausierer davon runter. Jetzt steht da also ein Tor, genau genommen zwei. Ein breites für die PKW-Einfahrt und ein schmales für Fußgänger, Hunde, Fahrräder, den Rasenmäher und Clowns auf Einrädern, die beim fahren mit rohen Eiern jonglieren. Die müssen allerdings mit der Höhe aufpassen, das Tor bildet nämlich den Abschluss des ebenfalls neu errichteten Carports. Letzteres schützt nun zuverlässig etwa 20 Quadratmeter Pflasterfläche vor Regen, Schnee und herabfallenden Lollis. Man weiß ja nie, wo der nächste Karnevalsumzug mal lang geht, da bin ich lieber vorbereitet! Bis dahin kann man natürlich auch ein Auto unterstellen.

Palmengarten goes Outdoor

Nachdem ja nun viel und lange im Haus gezaubert, gebastelt und geklebt wurde, gab es für dieses Frühjahr mal ein ganz neues Projekt: man muss schließlich auch mal über den Tellerrand hinaus schauen, oder in meinem Fall, mal aus dem Fenster.
Die Draußenwelt überzeugte bisher wenig, ein großzügiger Moosteppich, durchstoßen von ein paar Grashalmen, das ganze eingerahmt von diversen Sträuchern und Hecken, welche mit dem Anmut einer alten Lady über den Waschbetonplatten trohnten: nämlich etwas aus der Form geraten und mit unvollständigen Vitalzeichen. Der Zahn der Zeit hatte sie ergrauen lassen, hier wirkt es allerdings eher bräunlich, und das urbane Freizeitparadies auf den heimischen Waschbetonplatten insgesamt etwa so charmant wie ein Museum nach Feierabend. Lange nach Feierabend.
Was also tun mit diesem vor vierzig Jahren bestimmt mal hübsch angelegten Fleckchen Erde? Grünen Daumen habe ich keinen, zur Wiederaufforstung fehlt mir ohnehin die Zeit und sprengen kommt mit Rücksicht auf die Nachbarn höchstens dann in Frage, wenn gar nix anderes mehr geht. Die Entscheidung wird mir dann vor allem durch die Tatsache erleichtert, dass in einem der Keller gelegentlich Wasser aus der Wand austritt, und da in der Wand keine Leitung liegt und das Problem vor allem bei Regen auftritt, diagnostiziere ich mal ganz mutig eine Undichtigkeit im Mauerwerk.
Nach einigem hin und her, mehreren Angeboten und einer Ausschreibung, die vom Aufwand her mit dem öffentlichen Straßenbau mithalten könnte, ist schließlich eine Gartenbaufirma gefunden, die sich der Sache annimmt. Drei Wochen lang sieht mein Hof aus wie nach einem Luftangriff, am Ende ist nicht nur die Drainage neu, es haben auch 40 Tonnen Erde das Grundstück verlassen und Platz gemacht für knapp 150 Quadratmeter neues Pflaster. Bei der Gelegenheit trenne ich mich von den meisten der großen Büsche und schaffe stattdessen zwei weitere Stellplätze sowie einen befestigten Fußweg zur Rückseite des Hauses. Das Grundstück ist bis auf eine 3,50m breite Einfahrt überall so umzäunt, dass der Hund fröhlich seine Runden machen kann, ein Tor dafür ist schon ganz lange in Planung. Ja und da ist sie nun, fast 50 Quadratmeter groß, umgeben von Sichtschutzzäunen und mitten in der Abendsonne: die neue Terrasse! Ausreichend Platz für Mensch und Hund, für diverse Terrassenmöbel und auch schon mal für ein Auto.

Das Kellerloch mit dem Tittenkalender – Ordnung muss sein!

Ja der Keller…. die letzte noch weitestgehend in seiner ursprünglichen Daseinsform erhaltene Etage des ganzen Hauses, hier kann man noch erleben, wie es war, 1975 im Keller eines neu gebauten Einfamilienhauses zu sitzen. Nämlich genau so wie heute. Zur Maximierung des Nutzwertes wurde inzwischen ein weiteres Zimmer umgestaltet, nämlich der Keller, der die Heizung beheimatet. Die ist fast neu und arbeitet seit 1994 mit Gas statt Öl. Diese Zäsur in der Wärmeerzeugung hat dazu geführt, dass die einstige Lagerstätte des fossilen Brennstoffs nun übrig ist, weil ganz modern mit einem andren fossilen Brennstoff geheizt wird. Was Also anfangen mit knapp 10 Quadratmetern Kellerraum, in dem es zwar kein richtiges Fenster gibt, dafür aber immer einigermaßen warm ist? Sauna? Ne, zu teuer. Wir basteln uns eine Werkstatt. Das ist ohne Werkstatt erst mal gar nicht so einfach, hat aber geklappt. Nachdem die Elektroarbeiten soweit abgeschlossen waren, dass es nun Strom und Licht in der besagten Ecke gibt, wurden zunächst einige weitere Gebrauchtmöbel zum Zwischen- bzw Endlager für Schrauben, Muttern und Dübeln erklärt. Das Herzstück der Anlage bildet eine stabile Werkbank von 60×120. Auf der könnte man jetzt jetzt Kinder wickeln, machen oder zur Not auch kriegen, sie ist nicht nur stabil sondern verfügt auch über einen Schraubstock. Optisches Highlight ist aber sicher der obligatorische Tittenkalender, den mir ein befreundeter Autoschrauber zur Werkststtfertigstellung geschenkt hat.
Endlich wieder Platz in der Bude, dass Werkzeug an einem festen Platz und keine Schrauben mehr im Müsli. Juhu.

Tierische Verstärkung

In der Kategorie “menschliche Mitbewohner des anderen Geschlechts” ist, eigenen Nachwuchs mal ausgenommen, die gesellschaftlich allgemein akzeptierte Anzahl der Mitbewohner/innen in den letzten Jahren nie nachhaltig über eins gestiegen. Wenn man mal von Studenten-WGs und Althippie-Kommunen absieht natürlich, aber die haben mit gesellschaftlichen Normen ja meist eh nicht so viel am Hut. Da ich mich weder zur einen noch zur anderen Gruppe zähle und das Kontingent für menschliche Mitbewohnerinnen nun erst mal ausgeschöpft ist (Kinder sind, soweit ich weiß, jedenfalls keine unterwegs), wurde der Kreis der tierischen Mitbewohner erweitert und der Zirkus Palmengarten ist nun neben den beiden Kaninchen, die hier seit Januar im Wohnzimmer leben, noch um eine neue Hauptattraktion in der Tiershow reicher.
Lotte ist dreieinhalb Jahre alt, kommt aus dem hiesigen Tierheim und hat in diesem Rudel jetzt den Job der hauseigenen Hundedame. Als solche hat sie bereits viele verantwortungsvolle Aufgaben übernommen, die sie zur Zufriedenheit aller gewissenhaft erfüllt. So sorgt sie zB. immer dafür, dass auf dem Küchenfußboden keine Essensreste liegen bleiben an denen sich jemand verletzen könnte und sie hat einen integrierten Verstärker für die Türklingel, falls man die mal nicht hört. Glaube das geht über Bluetooth oder so. Außerdem verhindert sie zuverlässig, dass Herrchen oder Frauchen am Wochenende verschlafen, länger als halb neun zu schlafen soll ja auch ungesund sein und bevor da der Biorhythmus ganz durcheinander kommt, bricht sie extra ihren Schönheitsschlaf ab um uns zu wecken. Ein herzensguter Hund muss ich sagen! Meistens weckt sie uns und legt sich dann erst mal wieder hin.
Um das Haus hundefreundlicher zu gestalten, wurden ein paar kleinere Änderungen erforderlich, nicht nur um Platz für Körbchen und Fressnapf zu schaffen. Da sie von draußen meist nass und/oder dreckig zurück kommt, gibt es im Keller jetzt so eine Art Dreckschleuse. Ein Tor am Fuß der Treppe verhindert, dass sie nach oben kann, bevor sie unten erst mal sauber gemacht wurde. Wie so ein Treppenschutzgitter für Kleinkinder, damit die die Treppe nicht runterfallen. Hier könnten sie das allerdings tun, kämen dann nur nicht wieder hoch. Außerdem neu: eine Garderobe im Keller für die Hundeklamotten. Quasi wieder ein Zimmer mehr.
Im Keller ist übrigens noch ein weiteres Zimmer in Planung, aber dazu demnächst mehr!

Kellergeister

Wie der Architekt es wollte, hat mein Haus nicht nur die Etage die ich jetzt bewohne, sondern ist auch noch mit einem Keller gesegnet!
Neben dem obligatorischen Heizungskeller und dem Vorratsraum gibt es ein Bad mit Dusche und zwei große Zimmer. In dem Bad steht außerdem die Waschmaschine.
Was also tun mit den beiden großen Zimmern, wirklich brauchen tut die ja keiner. Die gleiche Frage hatte die Vorbesitzerin beantwortet, indem sie in dem einen Keller Wäscheleinen gespannt hat. Da lag es nahe, Leinen und Verwendungszweck zu übernehmen. Das andere war wohl ein Gästezimmer, denn es verfügt neben der kurzen Entfernung zum Duschbad mit WC über kuscheligen Teppichboden und Fernsehanschluss.
Ich habe dort zunächst den Sperrmüll gelagert.
Wer jetzt aufgepasst und mitgezählt hat, weiß: das ist ja Abstellraum Nr. 3, was hat der denn alles fürn Müll??
Das hab ich mich auch irgendwann gefragt, und so blieben in dem Raum ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Sideboard und eine alte Schrankwand zurück. Wieder mal ein Sozialraum fürs Personal, gut gemacht!
Alte Möbel haben aber in diesem Haus irgendwie die gruselige Fähigkeit, sich zu vermehren. Und so kam als nächstes ein Fernseher in den Raum, nicht weil man da so gemütlich Fernsehen konnte, sondern einfach damit der Anschluss nicht ungenutzt in der Wand hängt. So begann ich, den Tisch zum Wäsche zusammenlegen zu nutzen und dabei Fernsehen zu gucken. Gibt es was schöneres, als den Sonntag Nachmittag mit Wäsche und fernsehen zu verbringen? Vermutlich ja.
Irgendwann entdeckte ich mehr zufällig bei ebay-Kleinanzeigen eine gebrauchte Eckbank, die im nahen Paderborn ihrem Ende auf dem Sperrmüll entgegenzitterte. Für den Preis einer Kiste Bier wechselte die Eckbank Ort und Besitzer und ziert seitdem meinen Keller. Warum das Ganze? Lädt er sich jetzt zum Wäsche zusammenlegen Publikum ein?
Weit gefehlt, er hatte endlich die Idee, was mit dem Keller anzufangen sei! Ein Partykeller sollte es werden, und dank der Eckbank strahlte dieser ja geradezu vor Gemütlichkeit.
Wie es der Zufall so vorgesehen hatte, warb just zu dieser Zeit ein ortsansässiger Elektrogroßgerätehandel mit einem unschlagbar guten Angebot für einen Kühlschrank, welcher umgehend erworben wurde und nun also eben jenen Keller mit der Möglichkeit bereichtert, gekühlte Getränke zu genießen. So weit, so schön, die ersten gemütlicheren Kellerabende konnten also stattfinden. Aus dem Wäschekeller wurde der Raucherkeller, und allein deshalb fand und findet viel Leben, gerade auch mit Besuchern, nun eher im Keller statt.
Um der fehlenden Gemütlichkeit ein wenig auf die Sprünge zu helfen, kam wieder mal der Zufall zur Hilfe. Eine Freundin hatte sich in den Kopf gesetzt, neue Pächterin einer älteren und auch ziemlich heruntergekommenen Kneipe hier am Ort zu werden. Natürlich half ich beim Renovieren, und dafür sollte ich auch etwas bekommen. Die Kneipe führt Verträge mit einigen Brauereien, deren Bier sie exklusiv im Ausschank hat. Damit das die Gäste auch merken, gibt es von der Brauerei diverse Werbegeschenke, vor allem aber wird die Kneipe mit den richtigen Biergläsern ausgestattet. Aus den alten Verträgen der vorherigen Pächterin waren daher unzählige Biergläser sowie diverse Dekoelemente, teilweise sogar richtig schön beleuchtet, übrig. Diese zieren nun meinen Keller und machen ihn doch schon deutlich kuscheliger.
Nun wohne ich ja seit einiger Zeit nicht mehr allein in diesem Häuschen, sondern teile es mit einer jungen Frau. Nicht nur das Badezimmer. Aus deren alter Wohnung, welche sie zugunsten des neuen Heims aufgab, stammt ein älteres Ecksofa, das als Highlight im Partykeller nun seinen (mindestens) zweiten Frühling erlebt. Ein kleiner Couchtisch komplettiert das Ensemble, und damit haben wir sozusagen ein zweites Wohnzimmer, in dem geraucht, getrunken, gegessen und gefeiert wird, ohne dass man jemanden in der eigentlichen Wohnung herumlaufen hätte. Die nahe Toilette und der separate Eingang an der hinteren Hausfront machen das Ganze so perfekt, dass tatsächlich die meisten Besucher die eigentliche Wohnung noch nie gesehen haben.  Hinzu kommt der unschlagbare Vorteil, auch nach der wildesten Feier morgens in einer sauberen und aufgeräumten Wohnung aufwachen zu können, wo man über das hinterlassene Chaos im Keller weder kurzfristig nachdenken noch es umgehend beseitigen müsste.
Der lang gehegte Wunsch vom Partykeller ist endgültig realisiert, und so bietet das Gebrauchtmöbelparadies Palmengarten im Kellergeschoss nun einen weiteren wunderschönen Ausstellungsraum, das Themenzimmer “sozialer Wohnungsbau”. So hatte ich mir das vorgestellt, allerdings war der Weg vom Sperrmüll-Zwischenlager der ersten Tage zum bewohnbaren Sperrmüll-Endlager von heute deutlich weiter als man auf den ersten Blick vermutet. Es ist ja so schwer, heute vernünftigen Sperrmüll zu finden!

Im Vergleich zu den übrigen Zimmern machte dieser Raum extrem wenig wirkliche Arbeit, das meiste geschah durch glückliche Zufälle mehr oder minder von selbst. Die komplette Einrichtung ist entweder geschenkt, vom Sperrmüll oder für ein paar wenige Euro in meinen Besitz übergegangen, und gerade das macht das Zimmer mit seiner leicht heruntergekommenen aber doch sehr heimeligen Art so schön. Oder wie ein guter Freund es nannte, das perfekte Hartz-IV-Starterkit.

Badespaß ohne En(d/t)e

Es bleibt spannend….. so endet der letzte Beitrag, und es blieb sehr lange spannend! Wie kommts? Manchmal nimmt einen die Arbeit so in Beschlag, dass man es kaum noch schafft, darüber zu berichten. Aber in der Zwischenzeit ist natürlich einiges passiert, und das möchte ich euch nicht vorenthalten. Ist ja auch nur ein Badezimmer und nicht der Berliner Flughafen!
Die Badewanne steht! Das ist erst mal gar nicht allzu einfach, obwohl – oder grade weil – die in so einem schicken Styropor-Trägerblock kommt. Theoretisch kann man den einfach irgendwo hinstellen, Wanne rein, fertig. Praktisch müssen natürlich noch drei Wasserleitungen – warm, kalt, dreckig – angeschlossen werden, möglichst ohne Verwechslungen. Als nach einigem hin und her auch das endlich passte, durfte dann der Fliesenleger anrücken. Der hat sich das ganze den ersten Tag angeguckt, sich über meine Fliesenwahl gefreut und ist wieder gefahren. Na wenn Das in dem Tempo weitergeht?!
Innerhalb von fünf Tagen hatte er dann den 5qm-Raum fertig, wobei man natürlich dazu sagen muss, dass ja die Wände auch gefliest wurden und das man natürlich nicht alle Arbeiten hintereinander weg machen kann, weil der Kleber etc. ja auch mal trocknen müssen. Die Fliesen könnten also zwischendurch ebenso ruhen wie der Verleger und dann sah es schon sehr nach Bad aus. Ok, oder nach Schlachthaus, denn mehr als glatt gekachelte Wand is ja erst mal nicht. Bis auf die Badewanne. Baden ging aber noch nicht, erst mal muss die Armatur an die Wand.
In der Zwischenzeit kamen schon mal der Waschtisch und der Heizkörper, wobei bei letzerem das Rücklaufventil zunächst von Inkontinenz geplagt war und so einiges an Nerven kostete. Mittlerweile ist aber alles dran, auch die WC-Schüssel. Selbige wartet nun mit der Komfort-Sitzhöhe von 45cm auf, gegenüber den 37cm vorher ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Beim alten Modell wurden durch eingeschlafene Beine die Sitzungen oft ungewollt länger als geplant.
Als letzte Möbel zogen dann noch der Waschbeckenunterschrank und der Spiegelschrank ein, so dass nun auch allerhand Gedöns Platz gefunden hat. Und als hätte es der Architekt geahnt, ist quasi zeitgleich eine junge Frau eingezogen, die das Mehr an Platz prima ausfüllt. Also, mit ihren Klamotten.
Auf der Liste der Gründe, warum hier eine Zeit lang nix passiert ist, mag das vielleicht auch eine Rolle spielen.
Was bleibt? (Quietsche-) ente gut, alles gut!
Und das nächste Bauprojekt ist natürlich schon in der Planung!
Aber dazu mehr, wenn es so weit ist!